Gore Screaming Show – Die verstörende Horror-Visual Novel im großen Review
Verfasst am 26. Oktober 2025- Für:
Einleitung: Was ist Gore Screaming Show?

Gore Screaming Show ist eine berüchtigte Visual Novel aus dem Jahr 2006 (Japan-Release), die 2022 erstmals offiziell auf Englisch lokalisiert wurde.
Entwickelt vom Studio Black Cyc, ist das Werk ein Eroge mit starkem Horror Fokus, das Tabus bewusst überschreitet.
Das Spiel gilt als eines der berüchtigsten Werke im Genre – berühmt-berüchtigt für seine Mischung aus Coming-of-Age-Geschichte, psychologischem Horror, brutalen Gore-Szenen und expliziter Sexualität.
Gore Screaming Show enthält explizite Inhalte, die selbst für Horror-erprobte Spieler*innen sehr verstörend sein können.
Dazu gehören:
Dieser Titel ist streng ab 18+ und nicht für empfindliche Spieler*innen geeignet.
Anmerkung: Ihr werdet hier heute nichts davon sehen.
Rückkehr in die Heimat
Der Protagonist Jinno Kyoji zieht nach mehreren Jahren in seine Heimatstadt zurück, da seine Eltern ins Ausland gehen.

Er wohnt nun bei seiner Cousine Yamiko und trifft alte Bekannte wieder – insbesondere drei Mädchen, die für seine Vergangenheit entscheidend waren:
Aoi-Route

Fokus: Kindheitsfreundschaft, Heilung alter Wunden, Tragik von Verlust.
Atmosphärisch melancholisch, aber mit brutalen Einschnitten.
Akane-Route

Fokus: Stärke, Konfrontation mit Gore, direkter Kampf gegen das Grauen.
Emotional intensiv, oft als heroisch angesehen, aber nicht ohne schockierende Szenen.
Kiika-Route

Fokus: Zerrissenheit, Wahnsinn, gefährliche Leidenschaft.
Psychologisch am unruhigsten, mit starken Horror-Elementen.
Yamiko-Route

Fokus: Familiengeheimnisse, Verbindung zur Vergangenheit.
Eher philosophisch und mysteriös, mit überraschenden Enthüllungen.
Das zentrale Mysterium ist das Mädchen Yuka, das in Verbindung zu einem monströsen Wesen namens Gore steht.

Fokus: Antagonistin und das Wesen Gore selbst.
Bietet viele Antworten auf die großen Fragen der Story, ist aber auch die verstörendste Route.
Gore ist ein groteskes, clownähnliches Monster, das mit Halluzinationen, Gewalt und sexuellen Attacken in das Leben der Figuren eindringt.
Sein Markenzeichen sind grausame Spiele mit den Opfern Folterungen, Vergewaltigungen und psychische Zerstörung.
Doch die genaue Natur von Gore – ist er ein Geist, ein Dämon oder ein Auswuchs des menschlichen Wahns? – bleibt lange unklar.
Die Story verbindet persönliche Coming-of-Age-Themen mit existenziellem Horror:
Trauma und Schuld – viele Figuren tragen alte Wunden und verdrängte Erinnerungen.
Identität und Masken – Yuka und Gore stehen symbolisch für verdrängte Wünsche und menschliche Abgründe.

Liebe und Gewalt – romantische Gefühle und extreme Gewaltakte stehen in schockierender Nähe.
Die Charaktere von Gore Screaming Show sind oft tragisch angelegt:
Kyoji – wirkt anfangs als typischer Eroge-Protagonist, doch seine passive, manchmal unreife Art wird von Fans teils kritisiert.
Aoi – verkörpert Zärtlichkeit und Normalität, leidet aber unter inneren Konflikten.
Akane – steht für Stärke und Konfrontation, oft diejenige, die das Grauen am ehesten durchschaut.
Kiika – schwankt zwischen Heiterkeit und zerstörerischen Impulsen.

Yamiko – die Cousine, die eine Verbindung zu Kyojis Vergangenheit hält.
Yuka & Gore – Antagonistenfigur und monströse Kraft, deren wahre Natur sich erst nach vielen Spielstunden enthüllt.
Jede Figur hat eine eigene Route, wodurch die Geschichte aus verschiedenen Blickwinkeln erzählt wird – ein klassisches Mittel bei Visual Novels, das hier besonders effektiv eingesetzt wird.
Multiple Routen & Enden: Entscheidungen bestimmen, welche Figur im Fokus steht und welche Enthüllungen man erlebt.
Bad Ends: Viele Entscheidungen führen zu extremen, grausamen Enden, die schockieren und teilweise schwer auszuhalten sind.
Linear vs. verzweigt: Bestimmte Schlüsselentscheidungen öffnen erst tieferliegende Routen, was den Wiederspielwert erhöht.

Atmosphäre: Das Spiel nutzt Musik, Soundeffekte und Voice Acting intensiv, um Angst zu erzeugen.
Besonders Gore-Szenen werden mit lauten, schrillen Schreien und unheimlichen Soundeffekten verstärkt.
Einzigartige Atmosphäre
Kaum eine Visual Novel erzeugt eine so bedrückende Stimmung.

Das Spiel zwingt den Leser, in Albträume einzutauchen, ohne Ausweg.
Verknüpfung von Story und Symbolik.
Yuka und Gore sind mehr als Monster – sie stehen für innere Konflikte, verdrängte Wünsche und psychische Dunkelheit.
Durch die verschiedenen Routen entfaltet sich ein Gesamtbild, das philosophische Fragen über Menschlichkeit und Abgründe aufwirft.

Volle Sprachausgabe der Charaktere.
Passend düstere Musik, die das Grauen verstärkt.
Grafikstil, der zwischen unschuldig schön und grotesk brutal wechselt.
Viele Spieler berichten, dass sie das Spiel als traumatisch, aber unvergesslich empfunden haben – ein Werk, das man nicht so schnell loswird.

Extreme Brutalität
Szenen von Vergewaltigung, Folter und Verstümmelung machen das Spiel für viele unspielbar.
Hier wird die Grenze zwischen Horror und Exploitation oft überschritten.

Manche H-Szenen wirken bewusst schockierend und brechen mit jeder romantischen Erwartung.
Kritiker werfen dem Spiel vor, Gewalt pornografisch auszubeuten.

Der Protagonist wirkt oft schwach oder unreif.
Manche Nebencharaktere sind eher Opfertypen ohne große Tiefe.
Pacing & Längen
Gerade in der Anfangsphase zieht sich die Story – wer nicht schnell in den Horror-Teil kommt, könnte abbrechen.

Nischenpublikum
Das Spiel ist nicht für ein breites Publikum gedacht, sondern gezielt für Fans extremer Horror-Eroge.
Gore Screaming Show ist keine gewöhnliche Visual Novel. Es ist ein Werk, das gezielt an die Grenzen des Erträglichen geht – und das sowohl im positiven wie auch im negativen Sinn.

Wer sich auf diese Reise einlässt, wird mit einer einzigartigen Mischung aus psychologischem Horror, okkultem Schrecken und tragischer Charakterdramatik konfrontiert.
Einer der größten Pluspunkte von Gore Screaming Show liegt in der visuellen Gestaltung.
Das Spiel verwendet einen klassischen, fast schon nostalgischen Anime-Stil, der auf den ersten Blick weich, klar und ansprechend wirkt.

Figuren sind sorgfältig designt, mit individueller Mimik und Körperhaltung, die sofort Charakterzüge erkennen lassen.
Gerade dieser ästhetische Kontrast macht die Horror-Elemente so effektiv:
Wenn dieselben Figuren, die man in alltäglichen Schulszenen sieht, plötzlich in groteske Gewalt- oder Horrorsituationen geraten, entfaltet das eine verstörende Wirkung.

Der Bruch zwischen süß und schrecklich ist beabsichtigt und verleiht den grausamen Momenten eine noch intensivere Kraft.
Auch die Hintergrundbilder tragen viel zur Atmosphäre bei – friedliche Schulflure, stille Tempel oder neblige Straßen wirken vertraut, doch mit subtilen Details oft unheimlich.
In den Horror-Sequenzen kippt die Farbpalette, Schatten werden dominanter, Blut und Dunkelheit durchbrechen die Idylle.

Musikalisch wird das Bild abgerundet: Der Soundtrack wechselt gekonnt zwischen leichten Slice-of-Life-Klängen und intensiven Horror-Tracks, die durch schrille, dissonante Töne nervliche Anspannung erzeugen.
Dazu kommt das vollständige Voice Acting, das Emotionen und Panikschreie brutal authentisch wirken lässt.
Trotz des Titels und des Rufes als Gore-Eroge steckt in der Visual Novel mehr als nur Schockeffekte.

Gore Screaming Show ist eine tiefgründige Auseinandersetzung mit psychologischen und existenziellen Themen:
Viele Figuren tragen seelische Wunden, die sich in der Handlung widerspiegeln.

Das Spiel zeigt, wie verdrängte Erinnerungen und Schuldgefühle eine Person zerfressen können.
Wer bin ich wirklich? Bin ich der, den andere sehen – oder verberge ich einen Abgrund in mir? Diese Fragen zieht sich wie ein roter Faden durch alle Routen.

Yuka und Gore sind dabei nicht nur Antagonisten, sondern auch Spiegel menschlicher Dunkelheit.
Gefühle von Nähe und Intimität stehen in einem ständigen Spannungsfeld zu Gewalt und Abhängigkeit.

Das Spiel zwingt dazu, über die Grenzen von Liebe und Missbrauch nachzudenken.
Gore Screaming Show stellt die provokante Frage: Was ist das wahre Monster – ein übernatürliches Wesen wie Gore oder der Mensch selbst, wenn er seinen inneren Abgründen nachgibt?

Indem das Spiel diese Fragen über mehrere Routen beleuchtet, entsteht eine vielschichtige Geschichte, die weit über klassische Horror-Schocker hinausgeht.
Meine erste Route war die Kiika Route und dazu hab ich viel zu sagen.

Kiika gehört zu den auffälligsten Figuren im Cast von Gore Screaming Show.
Sie tritt fröhlich, lebendig und fast schon chaotisch auf – eine Person, die mit Humor und Energie die dunkle Grundstimmung auflockert.
Auf den ersten Blick wirkt ihre Route wie eine leichtere, fast romantisch-komödiantische Alternative zu den ernsteren Wegen.
Doch dieser Eindruck täuscht:
Hinter Kiikas ausgelassener Fassade lauert eine enorme innere Zerrissenheit.

Schein und Sein
Kiika versteckt viele ihrer Gefühle hinter einem verspielten Auftreten.
Die Route beleuchtet, wie Menschen Humor und Fröhlichkeit als Schutzschicht verwenden, um tiefere Verletzungen zu kaschieren.
Verdrängung & Selbsttäuschung
Ein Schwerpunkt liegt darauf, wie leicht es ist, sich selbst zu belügen – und wie gefährlich es werden kann, wenn man verdrängte Wahrheiten nicht akzeptiert.
Nähe & Abhängigkeit
Zwischen Kiika und Kyoji entwickelt sich eine Beziehung, die von einem starken Bedürfnis nach Nähe geprägt ist.

Doch diese Nähe ist nicht frei von Abhängigkeiten und birgt Risiken.
Horror & Wahnsinn
Kiikas Route gilt als eine der unruhigsten im Spiel: Hier verschwimmt die Grenze zwischen Realität und Wahn besonders stark.
Der Horror ist nicht nur äußerlich (durch Gore), sondern auch innerlich – psychologischer Druck, Zerrissenheit und die Angst, sich selbst zu verlieren.
Die Kiika-Route ist besonders intensiv, weil sie große Gegensätze kombiniert:
Leichte, humorvolle Momente am Anfang, die fast schon wie eine klassische Schul-Romance wirken.

Plötzliche Abstürze in Dunkelheit, wenn Kiikas psychische Konflikte oder die Konfrontation mit Gore stärker in den Vordergrund rücken.
Eine ständige Spannung zwischen Lebensfreude und Verzweiflung – was diese Route emotional so anstrengend, aber auch eindringlich macht.
Kiika wird in ihrer Route zu einer der komplexesten Figuren der Visual Novel.
Was anfangs wie ein quirky side character wirkt, entpuppt sich als tragische Persönlichkeit mit mehr Tiefe, als man zunächst erahnt.

Sie zwingt den Protagonisten (und damit auch den Leser), sich mit Themen wie Verlustangst, Identität und Selbstzerstörung auseinanderzusetzen.
Sie ist emotional sehr unruhig: große Schwankungen zwischen Humor und Horror.
Sie enthält einige der psychologisch bedrückendsten Szenen der gesamten Visual Novel.

Thematisch legt sie den Fokus stärker auf den inneren Horror als auf die äußeren Schrecken.
Die Kiika-Route ist ein intensives Erlebnis, das viel mehr bietet als die anfängliche Leichtigkeit vermuten lässt.
Sie ist die Route der Gegensätze: Lebensfreude und Abgrund, Liebe und Zerstörung, Nähe und Wahnsinn.

Ohne zu viel zu verraten, kann man sagen: Wer diese Route spielt, erhält nicht nur einen tiefen Einblick in Kiikas komplexes Wesen, sondern auch in die psychologischen Dimensionen von Gore Screaming Show insgesamt.
So sehr man die künstlerische Inszenierung und die Themen loben kann – Gore Screaming Show bleibt ein Werk, das viele Menschen überfordern oder verstören wird.
Sexuelle Gewalt ist nicht nur angedeutet, sondern mehrfach explizit inszeniert.
Folter, Blut und Verstümmelungen sind bildlich und akustisch so präsent, dass sie tief verstören können.

Die Verknüpfung von Erotik und Gewalt wird gezielt als Schockmittel eingesetzt und kann retraumatisierend wirken.
Auch psychische Themen wie Schuld, Zwang, Abhängigkeit und Suizid sind zentral.
Diese Aspekte sind kein Nebeneffekt, sondern bewusst gewählte Stilmittel, die für die Atmosphäre entscheidend sind. Deshalb gilt:

Wer auch nur bei der Vorstellung solcher Inhalte Unbehagen spürt, sollte das Spiel meiden.
Das macht die Triggerwarnung nicht zu einer Nebensache, sondern zu einem essentiellen Hinweis für potenzielle Spieler*innen.
Ich muss allerdings dazu sagen, das viele der wirklich krassen Szenen, nur in den Bad endings vorkommen.
Ich bin mittlerweile mit der Kiika Route durch und konnte alle Bad endings vermeiden.

Und außer bei 2 Szenen, in denen ich mich unwohl gefühlt habe, ging’s eigentlich.
Aktuell sitze ich gerade an der Akane Route dran.
Am Ende ist Gore Screaming Show ein Werk der Extreme.
Es vereint eine atmosphärisch starke Präsentation, tiefgehende Themen und eine unvergessliche audiovisuelle Inszenierung – und konfrontiert die Spielenden gleichzeitig mit Szenen, die schwer zu ertragen sind.
Für Genre-Liebhaber: Wer Horror-Eroge bewusst sucht und bereit ist, sich auf psychologische und physische Grenzerfahrungen einzulassen, findet hier ein Werk, das einzigartig ist und lange nachhallt.

Für Gelegenheitsspieler oder empfindliche Leser*innen: Das Spiel wird keine Freude machen, sondern traumatisch wirken.
Gore Screaming Show ist mehr als eine Visual Novel – es ist ein psychologisches Experiment in Form von interaktiver Literatur.
Es zwingt die Spielenden, sich mit menschlichen Abgründen, mit Gewalt und mit verdrängten Wahrheiten auseinanderzusetzen.

Dabei schwankt es zwischen literarischem Anspruch und provokanter Exploitation.
Gerade dieser Zwiespalt macht es so faszinierend: Es ist gleichermaßen verstörend wie bedeutungsvoll, hässlich wie schön, abstoßend wie anziehend.
Wer sich auf das Grauen einlässt, erlebt ein Stück Visual-Novel-Geschichte, das man nie vergessen wird – im Guten wie im Schlechten.
Übrigens, um die gesamte Story zu verstehen, müsste ihr das Game mehrmals durchspielen.
Ihr müsst sowohl die Routen von Akane. Aoi und Kiika spielen.
Dabei ist das ending egal.

Danach habt ihr automatisch Zugriff, auf die Yamiko Route.
Da müsst ihr das gute Ende erreichen. Memories of when we were young.
Danach schaltet sich die Yuka Route frei und ihr habt Zugriff, auf die komplette Geschichte.
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